| |
Ess-Wellness in Südtirol
Genuss muss sein. ESSEN, SCHLEMMEN, GENIESSEN. Eine ordentliche Brettljause, eine deftige Speckknödelsuppe und abends feine, mediterrane Küche, das gehört in Südtirol zum Motorradfahren dazu. Wer das noch nicht weiß, dem wird hier der Mund wässrig gemacht.
Kastanien und Vernatsch, Schüttelbrot und Speck. Lecker. Südtirol ist das Paradies, besser essen kann man eigentlich nirgends auf der Welt – außer vielleicht in China, aber das ist weit weg. Selten erinnert man sich so intensiv ans Essen, wenn man auf Reisen war. Wer schon einmal in Südtirol war, erinnert sich an das meiste, das er gegessen hat.
In Brixen, in der Krone, im Stadthotel, habe ich einmal Pferd gegessen, musste man nicht, konnte man aber. Davor in der Sauna geschwitzt, dann auf dem Balkon mit Blick in den Kräutergarten des Klosters, dann Pferd mit Soße. Als Vorspeise Octopus-Carpaccio.
Mit Kollege Ulf Böhringer war ich mal auf einer Recherchereise im Herbst in Südtirol. In der Kastanienzeit. Da konnte ich die Region das erste mal voll genießen. Wir haben eine Weintour gemacht, wir haben Weingüter besucht, sind durch große Keller gekrochen, durch Weinreben spaziert. Am Kalterersee gegessen. Hier wurde mir zum ersten Mal klar, wie verwoben die Südtiroler Küche ist. Mediterran leicht und bergig schwer. Schinken und Salat, Knödel und Spaghetti.
Das Mittagessen steht an. Wir wollen es traditionell einnehmen. Am besten ein Tris, ein Teller mit drei typischen Spezialitäten. Ich rufe meine Geheimtippquelle an und sie gibt durch: „Fahr nach Bozen-Virgl, zum Wendtlandhof. Auf der SS 12, von Norden nach Süden, vor dem Tunnel rechts Richtung Jenesien. Nach 150 Metern links vor der Eisenbahnunterführung den Weg hoch“. Der Weg sieht definitiv so aus, als sei man falsch, wer die Quelle aber kennt, weiß, dass man absolut richtig ist. Minutenlang schlängelt sich die Straße hoch, um oben auf einem Plateau zu enden. Da steht ein altes Gebäude, eine große Wiese mit Holztischen davor und ein wunderschöner Blick über Bozen wartet.
Von Freitag bis Sonntag haben die hier offen. Frau Werner, die Oma, die Mutter, Wirtin und Köchin, begrüßt uns. „Ich koche hier sogar noch mit Feuer. Das schmeckt irgendwie besser.“
Wir bekommen unser Tris. Es sieht nicht nach viel aus, was da auf dem Teller liegt. Aber schnell wird klar, wie sich die Sache gibt. Oma Werner versteht es, die Leute glücklich zu machen. Runter gespült wird das Ganze mit frischem, vom Hof selbst gemachten Apfelsaft und einem Espresso. Älpisch-mediterran eben.
|
|